Ulrich Roski

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Ulrich Roski wird aufgrund widriger Umstände 1944 in Prüm

in der Eifel geboren, siedelt aber bereits im rüstigen Alter von

sechs Monaten nach Berlin um, wo er fortan beheimatet ist.

Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelt er bereits auf der

Grundschule, wo er im Musical „Der Puddingprinz“ als

Jungkoch eine tragende Rolle übernimmt, allerdings eine

stumme: er trägt die Puddingform. Eine gewisse Affinität zu

Herd und Küche bleibt ihm fortan, was sich zuweilen auch

in seinen Texten niederschlägt.

Nach seinem Schulabschluss am Französischen Gymnasium

wechselt er vorübergehend an die Sorbonne in Paris, wo er die

französische Sprache und Lebensart studiert. Diese Studien erweitert er dann, reumütig nach Berlin zurückgekehrt, im Fach Germanistik an der Freien Universität.

Nebenbei verdient er sich ein Zubrot als Sänger, Gitarrist und Klavierspieler in einschlägigen Folkloreclubs. Da seine selbstverfassten Lieder beim Publikum auf einen erfreulichen Widerhall stoßen, widmet er sich mehr und mehr dem künstlerischen Schaffen und verfehlt unversehens sein angestrebtes Studienziel: ein fast schon pensionsberechtigter Studienrat bleibt auf der Strecke.

Nach den ersten erfolgreichen Platten beginnt in den siebziger Jahren ein unverhoffter Aufstieg, der ihn in große Konzertsäle führt, unter anderem auch zu seinem Traumziel: einem Konzertabend in der Berliner Philharmonie.

Roskis Lieder befassen sich seit jeher mit den Tücken und Unwägbarkeiten des Alltags, und jede Anregung durch das „richtige Leben“ wird dankbar aufgenommen.

Neben seinen Liedern und Bühnentexten verfasst Ulrich Roski auch eine Reihe von Sketchen und Kurzhörspielen für Rundfunk und Fernsehen und betätigt sich auch als Kinderbuchautor.

Zur Internationalen Funkausstellung 1980 in Berlin präsentiert Ulrich Roski seine Langspielplatte „Rauhe Schale – weicher Keks“.  

Am 8. Juni 1982 gastiert Ulrich Roski zum ersten Mal in der legendären Berliner Waldbühne. Das Open-Air-Konzert wird ein großer Erfolg. Am 1. Juli tritt Ulrich Roski erstmalig in der ARD-Sendung „Café in Takt“ mit seinem Lied „Pachulkes Grillparty“ auf. Unter der Schirmherrschaft des Berliner Schulsenators gibt der SFB (Sender Freies Berlin) Konzerte am 8. und 9. Oktober 1983 unter dem Motto „ Klassik à go-go“. Für diese Veranstaltungen, die der Jugend die Klassik in legerer Art näherbringen sollen, schreibt Ulrich Roski das Manuskript, übernimmt die gesamte Conférence und streut zur Aufmunterung eigene Lieder ein, die er live am Flügel vorträgt. Die Konzerte sind innerhalb von 2 Stunden ausverkauft.

Am 22. Februar 1989 bittet The German Language Consultant of Edmonton/Alberta (Kanada) Ulrich Roski um die Abdruckgenehmigung seines Liedes „Aufforderung zum TÜV“ für die Verteilung an 200 Deutschlehrer in Alberta und British Columbia zum Näherbringen der deutschen Sprache im Schulunterricht.

Zur Eröffnung der Internationalen Funkausstellung schreibt Ulrich Roski das gesamte Skript und übernimmt die Moderation der Festveranstaltung “Klassik, Pop, et cetera” im Großen Sendesaal des Sender Freies Berlin (SFB).

Zum ersten Mal wird Ulrich Roski von der Künstleragentur der DDR für die Mitwirkung in der Rundfunkveranstaltung „Spaß am Spaß“ am 15. Oktober 1989 in Halberstadt im „Klubhaus der Werktätigen“ verpflichtet. Zur Bewilligung der Einreise in die DDR waren viele Formalitäten abzuwickeln und Formulare auszufüllen. Am 9. November 1989 fällt die Mauer.

Beginn seiner großen Deutschlandtournee am 1. Februar 1997 in der ausverkauften Hochschule der Künste in Berlin. Die Tournee läuft unter dem Titel „Es geht auch anders…“ Ab 4. Juli 1997 gastiert Ulrich Roski vier Wochen lang in Dieter Hallervordens Berliner „Theater der Wühlmäuse“.

2001: Ulrich Roski wendet sich vermehrt dem gespro-

chenen Wort zu und sucht sich für den Vortrag seiner

Lieder junge charmante Bühnenpartner wie „Evi & das

Tier“ und „Unsere Lieblinge“, mit denen erfortan sein

Programm bestreitet.

Die Inhalte haben sich ein wenig verändert, die Beobach-

tung des Alltags wurden subtiler – Schicksalsschläge

öffnen Auge und Ohr für eine Menge Dinge, die man vorher so nicht wahr-genommen hat. Auch die immanente Komik des Krankenhausbetriebes, die Absonderlichkeit der Ärzteschaft im Allgemeinen und der medizinisch-pädagogischen Maßnahmen zur Wiederherstellung von Körper und Seele im Besonderen, fallen jetzt Roskis Sarkasmus zum Opfer.

Am 20.2.2003 erliegt Ulrich Roski den Folgen seiner Krankheit.

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