
Bilder,Texte,Songs
gallery,words,songs
Hier müssen Bilder rein, die nicht in ARTISTS mit seinen vielen Unterseiten untergebracht werden konnten -
und wer etwas schreiben möchte oder eine Original-Musikaufnahme aus dem Go In beitragen kann, ist herzlich dazu eingeladen.



Joe, Ronald & Rina
Solveig, Burkhard & Ferenc
Unser Plakat hing lange Jahre neben der Bühne, auch im Film "Schwestern oder Die Balance des Glücks" mit Konstantin Wecker als Auftretender gut zu erkennen … nach über 40 Jahren meine ich den Geruch von Pinkelsteinen aus dem Männerklo gleich neben dem Künstlerraum im Keller zu riechen … und in meiner Kehle brennt Rauschis Rostiger Nagel …
Herzlichst, Ferenc
an künstler kann ich mich kaum erinnern, 1 typ, nannte sich wurzel, war witzig mit dem song: i came from alabama with my banjo in my hand....ich war 18 und bundeswehrflüchtling, bei einer gr. kommune im wedding (kannten welche vom 2. juni) konnten ich/wir uns anmelden, waren damit "ausgemustert", berlin war für uns die große freiheit,
war 72 das erste mal im go-in, war super, die durchreiche vom kalkutta: 1 nanbrot 1 dm,
missglückter Auftritt um 1976
Ich bin um 1976 ein paarmal im Go-in (auch im Steve Club)
aufgetreten und habe zur Westerngitarre Lieder von Bob Dylan und
eigene Lieder mit deutschen Texten gesungen. Ich werde wohl der
Peter aus der Musiker-Liste sein. Leider habe ich keine
Aufnahmen aus dieser Zeit mehr.
Mal kamen meine Songs an, mal nicht. Am allerwenigsten an dem
Abend, als ich vor dem Gig mit einem amerikanischen Freund
namens Vince bei einem mir unbekannten Bekannten von ihm zum
Essen eingeladen wurde. Beim Nachtisch habe ich reichlich
zugelangt, es gab Fruchtquark. Ich mag Fruchtquark.
Dann ging es mit Gitarre und den beiden ins Go-in. Dort
angekommen kam ich mir selbst irgendwie komisch vor. Aber da
musste ich durch, Gig ist Gig. Und dann gab es ja noch Geld!
Schon war ich dran und legte los. Mir wurde immer seltsamer
zumute, das Publikum war befremdet, weil mein Gitarrespiel
genauso schlimm geklungen haben muss wie mein Gesang. Kurz
gesagt, ich hatte verkackt und wusste nicht warum.
Was mit mir los war, erfuhr ich aber direkt danach. Der Bekannte
hatte jede Menge Haschisch in den Quark gemischt. Er meinte,
Musiker kiffen doch alle vor dem Gig, er hätte es nur gut
gemeint. Ich war wütend wie selten und habe diesen dusseligen
Menschen nie wiedergesehen. Das war mein letzter Auftritt im Go-in.
Heute bin ich ziemlich alt, aber Musik mache ich immer noch. Und
falls ich mal Fruchtquark esse, ist der immer clean!
Peter Petri, 2024

Christiane Adamietz kurz vor einer Sylvester-Feier im Go In
Es war Anfang der 80er Jahre, lebte in Berlin, liebte die Stadt, war, wie viele andere Sannyasin, einer unter vielen Roten, habe die Far Out Disco mit ausgebaut und, nach langem Ringen mit mir habe ich, es gab damals einen Offenen Abend, im Go In gespielt. Light my Fire war einer der Songs. Niemand hat mir zugehört... Aber ich hab`s getan. Heute bin ich seit mehr als 35 Jahren professioneller Schauspieler und bin den Songs von damals treu geblieben. Eine irre Zeit damals... Danke! Krispin Wich 2025



Peter Graf
How I Discovered the Go-In
I first met Werner Lämmerhirt one
sunny day in 1969 outside the
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
in the centre of Berlin, and we both
sat down on the ground with our guitars
and had an enjoyable little session.
After a while Werner said he would
now head over to the Danny’s Pan
and the Go-In, because there he was getting paid for his playing. I tagged along. And that is how I discovered the Go-In, and soon I started playing there myself.
Times were tough. Playing a 15-minute set earned one 5 DM. Even then that was not exactly a fortune. But we were happy, we had our music. Werner taught me every possible Bob Dylan song that one could think of.
And over time our music grew from there. I had a very good teacher, and I had discovered the Go-In, which became the centre point of my life for many years to come. Thank you, Werner…
Rina Schiller


Joe im Hintergrund

Allan Yates
Allan Yates: The Bonny Banks of Loch Lomond, 1974

Mein Mann und ich hatten 1972 eine Reise nach Berlin gewonnen. Der Senat hat öftermal junge Leute nach Berlin eingeladen, in der Hoffnung, dass einige da bleiben und die Stadt verjüngen. Weil wir selbst gern Gitarre spielten, besuchten wir natürlich auch das Go-In. Auf der Bühne machten sich Musiker darüber lustig, wie man denn eine Familie gründen kann und hatten auch allgemein ein "revolutionäres" Programm. Wir beschlossen, Berlin wäre nichts für uns, wenn man da keine Familie haben sollte ....
Später habe ich aber doch ein paar Jahre in Berlin gewohnt und gearbeitet.
Margot





Marzipan

John Vaughan Michael Lapp Amadeus Reineck (Derdo)

Michael Lapp 1977

Hamid Rahpyma, Hans Marquardt
vlnr
Berlin, Berlin
Anfang der Siebzigerjahre waren für mich wilde Zeiten, die ich meist in Amsterdam, Berlin oder irgendwo auf dem Weg dazwischen verbrachte. Amsterdam war der Mittelpunkt meiner damaligen Welt und es fiel mir schwer, mich zwischendurch nach Berlin aufzumachen. Aber ich war dort gemeldet um der Bundeswehr zu entgehen und musste öfter mal hin, meine Papiere erneuern...
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Als ich dieses Mal in Kreuzberg ankam, hatten meine beiden besten Freunde all mein Hab und Gut, es war ehrlich gesagt nicht viel gewesen, einfach verkauft und die Bude war leer. Ich war etwas geschockt und schaute mich nach neuen Freunden und einer neuen Bleibe um.
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In Amsterdam hatte ich mir ein kleines Repertoire an Folk Songs und Dylan Liedern draufgeschafft, mit dem ich auf der Straße und in kleinen Clubs mein Geld verdiente. Ich fühlte mich jetzt fit, es auch in Berlin zu versuchen. Meine alte schwarz-weiß-deprimierte Stimmung, mit der ich Berlin verlassen hatte, war mittlerweile in eine internationale, kreative, bunte, „Was kostet die Welt“ Amsterdam Stimmung umgeschwenkt.
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Ich schnappte mir die Gitarre und ging ins Go-In, in der Nähe des Ku-Damms. Hier trafen sich die Folkies in einem Laden, der von den US-amerikanischen Folk-Clubs inspiriert war. Jede Menge Musikerinnen und Musiker wechselten sich jeden Abend auf der Bühne ab. Jede und jeder hatte 15 Minuten, bekam eine kleine Gage auf die Hand, dann kam die oder der nächste auf die Bühne. Ich reihte mich ein und spielte regelmäßig meine Viertelstunde.
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Ich lernte Rina (die sich damals noch Regina nannte bis mehrere Reginen anfingen, im Go-In aufzutreten) kennen, die hatte sich gerade von ihrem Freund, einem der sehr bekannten damals noch lokalen Gitarreros, getrennt. Wir teilten uns die Bühne und ich konnte in ihrer Wohnung in Kreuzberg unterkommen.
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Es war eine tolle Szene, die jeden Abend dort im Go-In auflief. Einige sind später richtig bekannt geworden, Werner Lämmerhirt, Sammy Vomaçka, Hans Theesink. Ich kann mich nicht mehr an alle Namen erinnern... Ich weiß aber noch wie begeistert ich war, als Sammy Woody Guthrie´s Song „Vigilante Man“ in der Ry Cooder Version auf der Mandoline spielte…
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Eine kleine Gruppe singender Wanderer mit Gitarren auf dem Rücken oder unter dem Arm wanderte regelmäßig vom Go-In in Richtung Steve Club. Das Geld von einem Auftritt reichte nicht einmal für das tägliche Essen, es mussten schon zwei oder drei Gigs sein. Rina, die beiden US-Amerikaner Tom Cunningham und Jesse (James) Ballard, die damals als „Tom und James“ auftraten, Sammy Vomaçka, der aus der Tschechoslowakei nach Berlin gekommen war und ich als Ruhrgebiets Hippie hatten eine wirklich gute Zeit als umherstreifende Musiker*innen. Ich weiß nicht ob es James oder Tom war, einer von den beiden brachte uns anderen das Lied „Wichi Tai Tai“ bei, das er von dem US-Duo "Brewer and Shripley" gelernt hatte. Ich war hin und weggerissen und liebte den Song sofort. Eigentlich lernten wir ja nur einen kleinen Teil der Komposition, den traditionellen Native Chant. Zumindest den konnte ich aber stundenlang als Lied singen, ohne dass es mir jemals langweilig wurde. Ich habe "Wichi Tai Tai" ein paar Monate später mit nach Amsterdam genommen, und der Song wurde auch dort zu einem Hit der Hippie Szene. Jahre später habe ich die Version von Oregon gehört und dann von Jan Garbarek, der mir ein paar Sätze zu dem Song auf Band gesprochen hat.
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Viel später bin ich auf das Original von Jim Pepper gestoßen und fand es wunderbar! Ein traditioneller Native Chant als Basis einer großartigen Jazz Komposition, ein beeindruckendes Konzept, perfekt umgesetzt. Noch heute, 50 Jahre später, spiele ich den Song regelmäßig auf der Bühne.
Mit meiner deutschen Textierung wurde „Wichi Tai Tai“ in den letzten Jahren zum Schullied in verschiedenen Grundschulen.
Der Weg eines Liedes vom nächtlichen Berlin der frühen Siebziger in die Grundschulen der Zweitausendzwanziger ist abenteuerlich und kaum vorstellbar.
Pit Budde

Irisch-Schottischer Abend 1979
Session am Ende des Abends: Christian Tretow, Ursula Haslinger, Frank Schröder, Detlef Skambraks, Pit Bruhns, Achim Werner, Rina Schiller
Auf den Session-Recordings sind auch noch Mitglieder der Gruppe Pied Pipers dabei.

