High Men Violence
Gebrüder Blattschuss
People like us
Hans Marquardt
Hans Marquardt_1989

ist Sänger und Sozialpädagoge – steht in Wikipedia.

Passt das zusammen? Nun ja, die meisten Sänger

haben noch einen anderen Beruf, von dessen Erlös

sie die Miete bezahlen, und Sozialpädagogen sollten

sich auch mit anderen Sachen beschäftigen.

Dass man mit Gesang die Menschen gut erreichen

kann, hat Marquardt schon früh erfahren. In Berliner

Zeltlagern in den 60er Jahren wurde viel  Musik

gemacht und Theater gespielt. Die Gitarrenakkorde

die ihm seine Mutter gezeigt hat wurden hier

erweitert und verfeinert. Da brauchte er keinen

Gitarrenunterricht, er hat alles abgeguckt und

überall mitgespielt.

Er spielte und organisierte in freien Theatergruppen, half in Bildungsstätten bei Schultheater und Filmproduktionen, bis er auf die „Seltsamen Gesänge“ eines Wiener Kabarettisten namens Georg Kreisler stieß. Musik die an amerikanische Musicals erinnerte, die damals in Deutschland noch unbekannt waren; schnelle, ungeheuer wortreiche Texte; Themen die sich sonst niemand zu besingen traute. Leider alles mit sehr fantasievoller Klavierbegleitung. Geht nicht viel von den Stücken verloren, wenn  man sie auf eine sechssaitige Gitarre umsetzt?

Die einzige Möglichkeit das herauszufinden war, es einfach auszuprobieren. Seine Freunde und das nächtliche Publikum im „Go In“ nickten anerkennend, sie hatten nie etwas von Kreisler gehört.

 

Berlin hatte in den 70er Jahren eine Liedermacher-und Kleinkunstszene in der viel ausprobiert werden konnte. Im Go In, im Steve Club, im Folkpub, in der Straßenbahn wechselten alle zwanzig Minuten die Künstler auf den kleinen Bühnen. Man konnte also auftreten ohne gleich ein 90minütiges Abend-programm vorweisen zu müssen.

Die etwa 100 aktiven Liedermacher, Sänger, Folkloristen (wenig Frauen) taten das auch ausgiebig. Neue Ensembles stellten sich zusammen und gingen wieder auseinander. Es war eine sehr kreative Zeit. So entstanden auch die Gebrüder Blattschuss – fünf Solisten, darunter Jürgen von der Lippe, Hans Werner Olm und Hans Marquardt als mehrstimmig singende Unterhaltungsband mit jeder Menge Showeinlagen, Quizspielen und Parodien auf alles und jedes. Die Blattschuss-Erfolge „Kreuzberger Nächte“ und „Früh-Stück“ („Noch’n Toast, noch’n Ei“) ließen sich nicht wiederholen oder steigern. Nach sechs Langspiel-platten zwischen 1978 und 1983 gab das inzwischen zum Trio geschrumpfte Team auf. Hans Marquardt wurde Beamter in der Reinickendorfer Jugendförderung.

 

Mein Freund Manfred Voigt und ich verbrachten die meiste Zeit mit Musik. Wir spielten Gitarre und versuchten uns zweistimmig und auch mit eigenen Bearbeitungen an den üblichen Klassikern wie "If I were a carpenter". Dann dachten wir uns ähnliche Songs selbst aus und meinten, die irgendwo vorspielen zu müssen. Es bot sich eigentlich nur das Go-In an. Wir suchten einen Duo-Namen, der mit den Anfangsbuchstaben unserer Namen spielte und nannten uns High Men Violence.

Jo fand das schwierig und sagte uns als "die Heiermänner" an. Wahrscheinlich gab es nur zwei oder drei Auftritte. Das muss ca. 1971 gewesen sein. Dann sahen wir ein, dass man für Bühnenauftritte doch noch viel tun müsste und verlegten uns auf andere Beschäftigungen.

Unter dem Namen People like us sangen Barbara, Gabi, Cornelia und ich Stücke von The Mamas & Papas, Beatles und anderes an einem Abend 1991. Es kam nur zu diesem einen Auftritt, angesagt von Jo, der mit dem Gruppennamen auch wieder nichts anfangen konnte: "Hans Marquardt und Frauen".

People like us_1991
Was Ihr Wollt.jpg

2016 als Onkel Toby in "Was Ihr Wollt"